Gut zu wissen
Fragen & Antworten
Was ist der Stand der Dinge?
Beim STV Baden Handball wurde anlässlich der Vereinsversammlung im September über den damaligen Projektstand informiert. Die Feedbacks waren weit überwiegend sehr positiv.
Anfang Dezember 2022 hat die erste ordentliche Generalversammlung der 2021 neu gegründeten Trägergesellschaft von Handball Endingen stattgefunden. Im Rahmen einer Konsultativabstimmung haben mehr als 95 Prozent der anwesenden Aktionäre ein positives Signal zur künftigen Zusammenarbeit abgegeben.
Am Dienstag, 9. Mai, ab 19:00 werden im Casino Baden eine ausserordentliche Vereinsversammlung sowie eine ausserordentliche Aktionärsversammlung abgehalten. Sie entscheiden verbindlich über die künftige Zusammenarbeit – insbesondere eine allfällige Fusion.
Unabhängig davon soll die laufende NLB-Meisterschaft möglichst erfolgreich abgeschlossen werden. Je besser Städtli 1 und Handball Endingen dieses Jahr sportlich abschneiden, desto einfacher der Start in die erste gemeinsame Saison.
Was bringt Baden und Endingen zusammen?
Ausgangspunkt war und ist die beidseitige Erkenntnis, dass es für Städtli Baden oder Handball Endingen im Alleingang keine realistische Zukunft in der QHL geben kann. Zwei Spitzenteams auf derart engem Raum graben sich zwangsläufig gegenseitig das Wasser ab – sei es bei Sponsoren und Zuschauern, sei es bezüglich Spieler, Helfern oder Infrastruktur.
Erste Gespräche über mögliche Zusammenarbeitsmodelle haben bereits vor einigen Jahren stattgefunden. Die Initiative ging damals von Endingen aus, weil absehbar war, dass sich der Turnverein vom Spitzenhandball trennen würde. Für den STV Baden Handball war die Zeit damals noch nicht reif, da die Umsetzung der «Vision 2022» in vollem Gange war.
Anfang 2022 wurde schliesslich eine paritätisch besetzte Projektgruppe gebildet, der auf Endinger Seite die Verwaltungsräte Roger Küng, René Utiger und Hanspeter Geissmann angehören. Die Badener Vertretung besteht aus Vereinspräsident Christoph Blöchlinger, Sportchef Urs Mrose und GmbH-Geschäftsführer Walter Benz.
In zahlreichen Sitzungen wurde die Ausgangslage analysiert und Möglichkeiten einer künftigen Zusammenarbeit evaluiert. Das Ergebnis: Baden und Endingen möchten gemeinsam ein Spitzenteam formen. Dabei ist es allen ein zentrales Anliegen, dass die beiden an dieser Zusammenarbeit beteiligten Parteien als gleichberechtigte Partner in die neue Organisation integriert werden.
Was verspricht man sich von der Fusion der Leistungsteams?
Mit der Bündelung der Badener und Endinger Kräfte in einem gemeinsamen Spitzenteam soll im Ostaargau eine Organisation aufgebaut werden, die nicht nur das wirtschaftliche und sportliche Bestehen in der QHL sichert, sondern dem Nachwuchs der Region auch eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht.
Mit der HSG Aargau Ost existiert bereits ein sehr erfolgreiches Kooperationsprojekt auf Juniorenstufe. Deren Leistungsteams spielen auf höchster nationaler Ebene. Es ist langfristig unabdingbar, dass diesen jungen Sportlern auch auf Aktivstufe eine echte Perspektive geboten wird. Denn wer als Jugendlicher gewohnt ist, sich mit der nationalen Spitze zu messen, wird langfristig als Aktiver in der zweithöchsten Liga nicht wirklich glücklich und verlässt die Region.
Hat das Projekt «Baden-Endingen» Erfolg, gewinnen auch die Fans und Sponsoren. Und auch dem Wirtschaftsraum Baden-Wettingen mit der Stadt Baden als Zentrum stünde es gut an, in einer Top-Sportart wieder unter den Besten vertreten zu sein.
Welche sportlichen Ziele will man erreichen?
Mittelfristiges Ziel ist der Aufstieg und die Etablierung in der Quickline Handball League (QHL), der höchsten Spielklasse der Schweiz.
Dafür geben wir uns etwas Zeit, damit die neue Organisation wachsen und reifen kann.
Sind weitere Vereine an diesem Projekt beteiligt?
Das Projektteam steht in regem Austausch mit allen Vereinen der Region, speziell mit der im Nachwuchs bestens etablierten HSG Aargau Ost und dem leistungssporterfahrenen SC Siggenthal (aktuell 1. Liga).
Wer leitet die neue Handballorganisation?
Die operative Führung der neuen Organisation wird unter der Leitung von Roger Küng (heutiger Verwaltungsratspräsident der Endinger Handball Aargau Ost AG) und Marc Schurgast (designierter Geschäftsleiter) auf- und ausgebaut. Ziel ist es, bewährte Kräfte aus beiden Lagern zusammenzuführen und in der Geschäftsleitung zu integrieren.
Die neue strategische Führung (Verwaltungsrat) wird paritätisch mit Persönlichkeiten von Handball Endingen und des STV Baden Handball zusammengestellt.
Oberste Priorität hat die sorgfältige Zusammenführung der langjährigen Kulturen der beiden Vereine zu einer neuen starken Handballorganisation.
Wer führt das neue Team sportlich?
Designierter Cheftrainer der neuen Mannschaft ist Björn Navarin, der Städtli 1 seit 2014 erfolgreich in der NLB etabliert hat. Wer ihn als Co-Trainer und als Goalietrainer unterstützt, ist noch offen. Ebenso, wie die medizinische Betreuung der Athleten geregelt sein wird.
Als Sportchef wurde Urs Morse gewählt, der 1995 als Spieler mit Endingen in die NLA aufgestiegen ist und seit 2020 als Sportchef von Städtli 1 amtet.
Wird das neue Team je zur Hälfte aus Badener und Endinger Spielern bestehen?
Über die Aufnahme in die Mannschaft entscheidet die sportliche Qualität und das Bekenntnis, sich konsequent für den Erfolg des neuen Spitzenteams einzubringen. Ob jemand in der Vergangenheit ein Städtli-Trikot getragen hat oder bei Handball Endingen angestellt war, ist zweitrangig.
In Einzelgesprächen wurde/wird erörtert, wer für das Top-Team infrage kommt und welche Optionen sich für die anderen anbieten. Das Ziel ist, für jeden Spieler eine zufriedenstellende Lösung zu finden.
Wieso «Baden-Endingen»?
Die Frage des neuen Teamnamens wurde im Zuge des Projekts ausführlich diskutiert. Schliesslich fiel der Entscheid zugunsten von Baden-Endingen, das noch mit einer Vorbezeichnung (z.B. «Handball» oder «SG») ergänzt wird.
«Baden» wurde statt «Städtli» gewählt, weil die Stadt Baden das Zentrum des Wirtschaftsraums ist, der die neue Kraft im Schweizer Spitzenhandball mit seiner finanziellen Unterstützung erst möglich macht.
Für «Baden-Endingen» spricht schliesslich nicht nur die alphabetische Reihenfolge. Es lässt sich auch deutlich besser beim Anfeuern rufen.
In welchen Farben und mit welchem Logo wird Baden-Endingen auftreten?
Das ist noch offen. Vereinsfarben, Trikots und Logo werden im Verlauf des Frühjahrs ausgearbeitet.
Wo finden die Heimspiele statt?
Die Heimspiele sollen sowohl in der Sporthalle Aue Baden als auch im GoEasy in Station Siggenthal ausgetragen werden.
Wie sieht die Lizenzsituation 2023/24 aus?
Das hängt vom Verlauf der NLB-Saison 2022/23 ab. Diese beiden Szenarien scheinen realistisch:
a) Städtli 1 gelingt der Aufstieg, Handball Endingen steigt nicht ab
b) Städtli 1 und Handball Endingen verbleiben beide in der NLB
Der SHV hat am 28. Februar per E-Mail wie folgt informiert:
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Geht an: Präsident*innen, Kontaktpersonen, Teamverantwortliche, Manager und Lizenztrainer*innen aller NLB-Teams
Geschätzte NLB-Vereine
Im Namen von Adrian Kneubühler, ZV-Mitglied und Leiter der Wettspielbehörde, möchten wir euch Folgendes mitteilen:
Der Zentralvorstand hat zur Kenntnis genommen, dass STV Baden und Handball Endingen eine Fusion planen. In diesem Fall könnten nicht zwei Vereine desselben juristischen Konstrukts in der NLB spielen. Dies gälte auch dann, wenn die beiden Vereine nächste Saison «nur» Spielgemeinschaften vereinbaren würden. Sollte sich also am Ende der Saison die Konstellation ergeben, dass sowohl STV Baden als auch Handball Endingen sportlich für die NLB qualifiziert wären, müsste trotzdem ein Team (wohl das schlechter platzierte Team) in die 1. Liga (M1) absteigen. Der Zentralvorstand hat an seiner letzten Sitzung auf gemeinsamen Antrag der Wettspielbehörde und des NLB-Ligavorstands beschlossen, dass in dieser Konstellation das Team auf Rang 13 in der NLB verbleibt. Damit würde einzig das Team auf Rang 14 in die M1 absteigen. Sollte sich STV Baden für die NLB-Aufstiegsplayoffs qualifizieren, werden die betroffenen Teams darauf aufmerksam gemacht, dass möglicherweise erst Ende Mai 2023 definitiv Klarheit besteht. Sollte der fusionierte Verein «Baden-Endingen» freiwillig ein Team aus der NLB zurückziehen, müsste dieser Entscheid regulär bis Ende März 2023 den zuständigen Stellen (Abt. Spielbetrieb, ASB) mitgeteilt werden. Der Zentralvorstand wünscht allen Teams eine unfallfreie, erfolgreiche Saison.
Sportliche Grüsse
ASB
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